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Ohren auf für Albert Schweitzer / Unternehmer unterstützen Orgel+Saxophon-Verstaltung in Hannovers Marktkirche

04. Januar. 2019 18:41

Von: Winfried Mokrus


Rubrik: Kleefeld

„Orgel und Saxophon – eine spannende Begegnung“, so lautet der Untertitel der Veranstaltung, die das Albert-Schweitzer-Familienwerk e.V. anlässlich des Geburtstags seines Namensgebers am 12. Januar 2019 in Hannovers Marktkirche durchführt. Die Unternehmer des Forums Hannover Nordost, darunter auch jene aus Kleefeld, unterstützen die Veranstaltung.



Das für „Ohren auf für Albert Schweitzer“ festlich illuminierte Marktkircheninnere.



Lesungen durch Schüler der IGS Bothfeld.



Vorlesekinder der IGS Bothfeld berichten aus dem leben Albert Schweitzers.



Organist Axel LaDeur und Saxophonist Thomas Zander sorgen für ungewöhnliche Klangkombinationen.



"Ohren auf für Albert Schweitzer" findet am Sonnabend, dem 12. Januar 2019 von ca. 18.00 - 19.30 Uhr in der Marktkirche Hannover statt.

Nachdem die Veranstaltung 2014 und 2015 in der Kreuzkirche, dann aufgrund des großen Zuspruchs ab 2016 in der Marktkirche stattfand, können Musik - aber auch Zeitgeistfreunde am 12. Januar 2019 bei freiem Eintritt Zeuge der ungewöhnlichen Kombination von Orgelmusik mit Saxophonklängen werden. Das Besondere: Zu den einzelnen Musikstücken wird jeweils vorher ein musikhistorischer Rahmen gesetzt, der auch dem ungeübten Zuhörer eine Orientierung ermöglicht.

Eine Videoübertragung präsentiert das Spiel der Musiker Axel LaDeur und Thomas Zander auf der Großleinwand. Beide Musiker spielen seit 15 Jahren gemeinsam. LaDeur ist Organist der Kreuzkirche, die zur Marktkirchengemeinde gehört. Sein musikalischer Partner Thomas Zander spielte jahrelang als Saxophonist in der Roger-Cicero-Bigband.

Gespielt werden Stücke
von Johann Sebastian Bach, Eugène Bozza, Gaston Bélier, Claude Debussy und François Daneels. Die Besucher erwartet ein eindrucksvolles Musikerlebnis, allein schon durch die Instrumentierung. Für die Kombination von Orgel und Saxophon findet sich in der Musikgeschichte keine Literatur über das Zusammenspiel dieser beiden Instrumente.

Die Vorbereitungen laufen: Organist Axel LaDeur mit ASF-Marketingleiter Jörg Grabowsky und ASF-Vorstandvorsitzendem Dr. Omar Mahjoub.


Ergänzt wird die Veranstaltung

durch humorvolle Lesungen aus den Jugendjahren Albert Schweitzers. Die Vortragenden sind junge Schüler (Klassenstufe 6) der IGS Bothfeld. Die Schüler Milosz Zuber und Melina Lantas sowie Milena Frankfurter und Florian Buschmeier haben den schulinternen Vorlesewettbewerb gewonnen und damit das Wettbewerbsziel erreicht, ihr Können vor einem großen Publikum zu zeigen. Die IGS Bothfeld ist schließlich die erste Kultur:Schule Niedersachsens in der Kinder individuell in ihrer Phantasie und ihren kreativen Fähigkeiten und Begabungen gefördert und gefordert werden.

Die Veranstalter rechnen mit etwa 600 Gästen. Die IGS Bothfeld und der Unterneh-merverband Forum Hannover Nordost e.V. gehören zum Kreis der Kooperationspartner.

Der Gastgeber: das Albert-Schweitzer-Familienwerk e.V.
Das Albert-Schweitzer-Familienwerk e.V. ist eine starke Gemeinschaft in der rund 900 Mitarbeiter mehr als 3.400 Menschen in ambulanten und stationären Einrichtungen betreuen. Der Name ist Konzept: In elf niedersächsischen Städten und Gemeinden wurden regionale Dienstleistungszentren für Menschen geschaffen. Der gemeinnützige Verein bietet individuelle Hilfen für Kinder und Jugendliche sowie alte, kranke und behinderte Menschen. Viele Menschen vertrauen in den einzelnen Einrichtungsteilen auf die familienähnlichen Strukturen; das Albert-Schweitzer-Familienwerk ist ein großes Gemeinschaftswerk für hilfebedürftige Menschen. Unterstützt wird die Veranstaltung durch die IGS-Bothfeld und den Unternehmerverband Forum Hannover Nordost e.V.

Albert Schweitzer
* 14. Januar 1875 in Kaysersberg im Elsass; † 4. September 1965 in Lambarene (Gabun), war ein deutsch-französischer Arzt, Philosoph, evangelischer Theologe, Organist und Pazifist. Schweitzer gründete ein Krankenhaus in Lambarene im zentralafrikanischen Gabun. Er veröffentlichte theologische und philosophische Schriften, Arbeiten zur Musik, insbesondere zu Johann Sebastian Bach, sowie autobiographische Schriften in zahlreichen und vielbeachteten Werken. 1953 wurde ihm der Friedensnobelpreis für das Jahr 1952 zuerkannt, den er 1954 entgegennahm. www.albert-schweitzer-zentrum.de

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Unser Überblick über das Musikprogramm

Als der Belgier Adolphe Sax im Jahre 1840 das Saxophon erfand und es 1846 paten-tieren ließ, hatte er im Sinn, einerseits ein Holzblasinstrument für das sinfonische Orchester zu kreieren, welches in tiefer Lage den weichen Klang der Klarinette mit dem näselnden Klang der Oboen und Fagotte verbindet und andererseits ein ebensolches „Verbindungs-Instrument“ für die Militärmusik zu erschaffen, welches zwischen Holz- und Blechbläsern liegt. Das Saxophon ist also nicht für die Musikrichtung entstanden, in welcher es erst 80 Jahre später seinen Siegeszug antrat: dem Jazz.

Bis heute
ist das Saxophon eher in Jazz- und Swingbands, in der Tanz- und Popmusik zu finden. Nur wenige Komponisten verwendeten es in seiner eigentlichen Bestimmung: George Bizet in seiner „Arlésienne“, George Gershwin in der „Rhapsody in Blue“ und im „Amerikaner in Paris“, und vor allem Maurice Ravel in seinem berühmten „Boléro“. In der Solo-Literatur der Moderne und der Avantgarde findet das Saxophon hingegen deutlich häufiger Verwendung, und im Programm von Thomas Zander und Axel LaDeur finden sich Komponistennamen wie Eugène Bozza und Alexander Zinowsky.

Im vorliegenden Konzertprogramm
finden sich verschiedene Verbindungen zwischen Frankreich; Deutschland und Belgien. Albert Schweitzers Lebenszeit (1875 im Elsass geboren, 1965 in Lambarene/Gabun gestorben) fällt in musikgeschichtliche interessante Zeit: der Übergang von der Hochromantik zur Avantgarde/Moderne, der sog. „Neuen Musik“. Einer der ent-scheidenden Wegbereiter der musikalischen Moderne war Claude Debussy, zu hören ist ein Arrangement eines Klavierstücks („Rêverie“).

Schweitzer beschäftigte sich eingehend mit der Musik Johann Sebastian Bachs und so erklingt im Konzert ein Auszug aus einer Flötensonate („Sonate E-Dur“, BWV 1035) des Großmeisters der barocken Tonkunst. Der bevorzugt für Holzbläser komponierende Franzose Eugène Bozza, ein Zeitgenosse Schweitzers,  ist mit einem in der Saxophon-Solo-Literatur schönsten Stücke vertreten, seiner „Aria“. Und um schließlich den Kreis zum Land der Erfindung des Saxophons zu schließen, kommt das recht heitere Werk „Aria et Valse Jazz“ des belgischen Saxophon-Solisten, Komponisten und Professors für klassisches Saxophon (Königliches Konservatorium Brüssel) zu Gehör: Axel LaDeur spielt zu Beginn eine typische französische Toccata, wie sie zur Zeit Schweitzers von jedem bekannten französischen Komponisten vorgelegt wurde („Toccata pour grand orgue“ von Gaston Bélier).


Das Programm:
1. Toccata pour grand orgue (Gaston Bélier, 1863-1936)
2. Sonate Nr. III E-Dur, BWV 1035 (Johann Sebastian Bach, 1685-1750)
    1. Satz Adagio ma non tanto, 2. Satz Allegro
3. Rêverie (Claude Debussy, 1862-1918)
4. Aria (Eugène Bozza, 1905-1991)
5. Aria Et Valse Jazz (François Daneels, 1921-2010)

Thomas Zander, Alt- und Sopransaxophon
Axel LaDeur, Orgel